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Die Chronik der Frankfurter Fassenacht
niedergeschrieben von Günter "Dixi" Dillenburger
Die Geschichte der Frankfurter Fastnacht beginnt im frühen 14.Jahrhundert, ist dokumentarisch belegt. Ursprünge der Narretei in der Vorfrühlingszeit werden auf Auseinandersetzungen des Menschen mit den imaginären Verkörperungen der winterlichen Naturgewalten (Dämonen und böse Geister) zurückgeführt. Unter Androhung von schweren Strafen hatte der Rat der "Königlichen Stadt Frankfurt" im Jahre 1355 das Tragen von dämonischen Masken untersagt. Trotz angedrohter Strafen zogen an Fastnacht Vermummte durch die Stadt, trugen einen Strohmann, der den Winter darstellte, auf die Mainbrücke und "ertränkten" ihn im eiskalten Main. Umzüge, von Handwerksgesellen organisiert, kamen im 16. Jahrhundert in Mode. Schreinergesellen sollen den ersten Fastnachtsumzug überhaupt veranstaltet haben. In Frankfurt wurde die Fastnacht im wesentlichen in althergebrachter Form gefeiert. Während sich die Alten zu fröhlichen Gelagen zusammenfanden, vergnügten sich die Jungen auf Maskenbällen. Die Kinder und Jugendlichen dagegen trieben ihren Jux auf den Straßen und Plätzen. Überliefert ist unter anderem, daß ein Fastnachtsgelage im Februar 1608 fünf Tage "mit allerlei Kurzweilen, Essen und Trinken" andauerte. Dazu heißt es in Lersners Frankfurter Chronik weiter: "...Es befanden sich dabei 36 Paar Eheleute, 8 Wittwer, 17 Wittfrauen, 9 Junggesellen und 23 Jungfrauen; alle Junggesellen und Jungfrauen, so über 14 Jahre waren, durften dabei sein". Zechgelage, die weit über das gewohnte Maß hinausgingen, waren bei wohlhabenden Bürgern ebenso beliebt wie bei den mittleren und unteren Schichten der Bevölkerung. Schwerpunkt des närrischen Geschehens aber war das Treiben auf der Straße. Schreinergesellen setzten letztmals 1744 einen Fastnachtsumzug in Szene. Anlaß dazu gab die Anfertigung einer neuen Gesellenlade (hölzerner, eckiger, breiter Behälter mit Deckel) und eines neuen Herbergsschildes. Auf weitere Fastnachtsumzüge verzichteten die Gesellen, weil der Rat der Stadt immer wieder gegen Üppigkeiten wetterte und durch Auflagen die Gestaltung der Umzüge erschwert hatte. 1839 gab es im damaligen Kurmainzischen Heddernheim den ersten Fassenachtszug, auch hier von Handwerksgesellen auf die Beine gestellt. Sie nahmen die Einweihung einer örtlichen "Gemaabumb" (Gemeindepumpe) in Alt-Heddernheim zum Anlaß.
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Warum spielt die Zahl Elf in der Fastnacht eine große Rolle?
Am 11. 11. um 11.11 Uhr beginnt die fünfte Jahreszeit. Die Elf ist die Zahl der Narren seit dem Mittelalter. Auf einem Nürnberger Druck von 1530 ist die Elf als Geckenzahl belegt. Warum sie eine so große Bedeutung hat, darüber streiten sich jedoch die Völkerkundler. Zum einen heißt es, dass sich die Elf als Primzahl außerhalb der Ordnung steht (göttliche Ordnung = Zehn, zehn Gebote). Die astronomische Ordnung wird durch die Zwölf repräsentiert (Tierkreiszeichen). Dies zeigt sich in Friedrich Schillers "Wallenstein". Hier rät der Sterndeuter Seni davon ab, elf Stühle an den Tisch zu stellen. Elf sei eine böse Zahl, sie stehe für Sünde und Übertretung der zehn Gebote.
Es gibt aber noch eine andere Erklärung, die auf den französischen Einfluss im rheinischen Karneval zurückgeht. Die Elf setzt sich aus zwei Einsen zusammen und steht so als Symbol für die Gleichheit aller Narren. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, das war die Losung der Französischen Revolution. Die Elf, so lautet eine Theorie, bilde die Anfangsbuchstaben von "Egalité, Fraternité und Liberté". Dadurch wurde die Zahl Elf in der Karnevalshochburg Köln zur magischen Zahl. Und dann gibt es neben dem 11. 11. auch noch den Elferrat. Erst 1830 legte man sich hier auf elf Mitgliederzahl fest. Die Elferräte im rheinischen Karneval, die es in dieser Form ab 1800 gibt, hatten in Köln in den 1820er Jahren mal zwölf, mal 13, mal 15 Mitglieder. Den Beginn der närrischen Zeit exakt auf den 11. 11. um 11.11 Uhr festzusetzen, kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf. |
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