Warum spielt die Zahl Elf in der Fastnacht eine große Rolle?


Am 11. 11. um 11.11 Uhr beginnt die fünfte Jahreszeit. Die Elf ist die Zahl der Narren seit dem Mittelalter. Auf einem Nürnberger Druck von 1530 ist die Elf als Geckenzahl belegt. Warum sie eine so große Bedeutung hat, darüber streiten sich jedoch die Völkerkundler. Zum einen heißt es, dass sich die Elf als Primzahl außerhalb der Ordnung steht (göttliche Ordnung = Zehn, zehn Gebote). Die astronomische Ordnung wird durch die Zwölf repräsentiert (Tierkreiszeichen). Dies zeigt sich in Friedrich Schillers "Wallenstein". Hier rät der Sterndeuter Seni davon ab, elf Stühle an den Tisch zu stellen. Elf sei eine böse Zahl, sie stehe für Sünde und Übertretung der zehn Gebote.
Es gibt aber noch eine andere Erklärung, die auf den französischen Einfluss im rheinischen Karneval zurückgeht. Die Elf setzt sich aus zwei Einsen zusammen und steht so als Symbol für die Gleichheit aller Narren. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, das war die Losung der Französischen Revolution. Die Elf, so lautet eine Theorie, bilde die Anfangsbuchstaben von "Egalité, Fraternité und Liberté". Dadurch wurde die Zahl Elf in der Karnevalshochburg Köln zur magischen Zahl. Und dann gibt es neben dem 11. 11. auch noch den Elferrat. Erst 1830 legte man sich hier auf elf Mitgliederzahl fest. Die Elferräte im rheinischen Karneval, die es in dieser Form ab 1800 gibt, hatten in Köln in den 1820er Jahren mal zwölf, mal 13, mal 15 Mitglieder. Den Beginn der närrischen Zeit exakt auf den 11. 11. um 11.11 Uhr festzusetzen, kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf.